Irene Kosok: Warum ich den Aufruf für den Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes unterstütze

Irene Kosok hat den Aufruf zum Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes unterzeichnet. Hier begründet die Gesamtelternvertreterin an einer Neuköllner Grundschule warum das Neutralitätsgesetz erhalten bleiben muss.
„Als Gesamtelternvertreterin einer Nord-Neuköllner Grundschule sprachen mich bereits vor über 10 Jahren türkische Mütter an, die sich Sorgen insbesondere um ihre Töchter machten. Sie berichteten mir von dem zunächst unterschwelligen, später immer offeneren Druck, den der Ditib-finanzierte Islamlehrer auf die Kinder ausübte. Er sprach Kinder an und fragte, warum sie nicht teilnähmen. Den teilnehmenden Schülern vermittelte er ganz subtil, daß sie die besseren Muslime seien, was diese prompt den nicht teilnehmenden unter die Nase rieben.
Das Kopftuch wurde als Zeichen von Sittlichkeit angepriesen und verbreitete sich dadurch. Der Druck auf die kopftuchlosen Mädchen stieg enorm. Wer will schon den Eindruck erwecken, leicht zu haben zu sein. Muslimische Familien, die säkular leben wollten fühlten sich zum Wegzug aus Neukölln genötigt und einige packten tatsächlich die Koffer. In aller Regel bedeutete das den Verlust von leistungsstarken integrierten Schülern.

Damals habe ich die Sorgen dieser Mütter nicht wirklich verstanden. Ich hatte keine Ahnung wie stark der Gruppendruck innerhalb der muslimischen Community ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen welchen Effekt wohl eine Lehrerin mit Kopftuch hätte. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht schon damals diese Missstände angeprangert habe, denn seitdem ist nichts besser geworden und eine Aufhebung des Neutralitätsgebots würde eine weitere Verschlechterung bedeuten.“
 
 Irene Kosok

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