Prof. Dr. Susanne Schröter: Warum ich für den Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes bin

Prof. Dr. Susanne Schröter (Frankfurt am Main) gehört zu den Erstunter- zeicherinnen des Aufrufs für den Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes.  Ihr Eintreten für dieses Gesetzes erläutert sie folgendermaßen: 

 

„Schule ist ein Raum, in dem Kinder ungeachtet ihrer Herkunft und Weltanschauung gleichberechtigt miteinander lernen und sich auch persönlich entwickeln sollen. Schon jetzt stehen muslimische Mädchen allerdings unter dem Druck einer religiösen Normierung, die von ihnen verlangt, sich von Klassenkamerad/innen abzuschotten, ihren Alltag durch religiöse Regeln einzuschränken und sich sogar schulischen Pflichtveranstaltungen wie dem koedukativen Schwimmunterricht zu entziehen.

Zu den Regularien, die von islamistischen Mitschüler/innen als Zeichen von Ehrhaftigkeit und Religiosität eingefordert werden, gehört auch das Kopftuch. Teilweise werden schon Erstklässlerinnen genötigt, sich „islamisch“ zu bekleiden. Das Mobbing von Mädchen, die sich dieser patriarchalisch-islamistischen Norm nicht unterwerfen, ist an staatlichen Schulen in Deutschland bereits eine gängige Praxis. Lehrerinnen, die der Ansicht sind, das Kopftuch sei eine islamische Pflicht und dies selbst durch das Tragen eines Kopftuchs demonstrieren, verstärken den Druck auf die Mädchen.

Schule muss ein weltanschaulich neutraler Ort bleiben, wenn sie das Versprechen von Freiheit und Gleichheit aller Schüler/innen erfüllen und totalitären Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenwirken will. Dafür steht das Berliner Neutralitätsgesetz.“

 

Prof. Dr. Susanne Schröter ist Direktorin des „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ am Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ am Goethe-Universität Frankfurt.

 

1 Kommentar

  1. Ich bin unbedingt für die Beibehaltung des Neutralitätsgesetzes, weil in einer multikulturellen Gesellschaft der Staat und damit alle öffentlichen Einrichtungen neutral sein müssen. Die Schule muss ein Ort bleiben, an dem alle SchülerInnen ungeachtet der Herkunft und Religion frei und gleich sein dürfen.

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